Darf der neue Arbeitgeber sich beim alten Arbeitgeber erkundigen?

Informationsbeschaffung im Arbeitsrecht

Wer seinen Job gekündigt hat, weil ein besserer zu finden war oder wer gekündigt wurde und einen neuen Job gefunden hat, der kann sich freuen. Doch was ist eigentlich, wenn der neue Arbeitgeber sich beim alten Arbeitgeber über dessen Leistungen informieren möchte?

Darf der neue Arbeitgeber sich beim alten Arbeitgeber erkundigen? Das fragen sich in letzter Zeit immer mehr Arbeitnehmer, weil es aufgrund von Erkundigungen oftmals zu Problemen gekommen ist, die den neuen Job verhinderten.

Erkundigen alter Arbeitgeber
Darf man sich beim alten Arbeitgeber über den Arbeitnehmer erkundigen

Oftmals womöglich auch, weil zwischen Chef und Arbeitnehmer kein gutes Verhältnis mehr herrschte, der eine möchte sich am anderen rächen und mehr.

Es gibt viele Gründe, wieso Arbeitnehmer Angst haben, dass der neue Arbeitgeber sich beim alten erkundigen möchte und die Frage nach der Erlaubnis steht daher im Raum!

Darf der neue Arbeitgeber sich beim alten Arbeitgeber erkundigen?

Selbstverständlich darf sich der neue Arbeitgeber beim alten Arbeitgeber über den potenziellen Bewerber informieren. Doch es gibt hier ganz klare rechtliche Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen. Mehr als den Infostand eines klassischen Arbeitszeugnisses oder einer Empfehlung darf eigentlich nicht dem neuen Arbeitgeber zugetragen werden.

Zunächst auch aus datenschutzrechtlichen Gründen und darüber hinaus möchte der Gesetzgeber Rache & Co als Motiv für das Miesmachen eines neuen Jobs vermeiden. Dies kam in der Vergangenheit nicht selten vor und führte dazu, dass der alte Arbeitnehmer beim neuen Arbeitgeber keine Anstellung fand. Daher ist die Richtlinie für eine Informationseinholung schon sehr deutlich.

Arbeitgeber dürfen sich erkundigen, aber in Maßen!

Es ist einem neuen Arbeitgeber in jedem Fall gestattet, sich beim alten Arbeitgeber zu informieren. Hier sollten Infos enthalten sein, wie Arbeitsverhalten, Zuverlässigkeit und Qualifikationen. Es dürfen nur in Ausnahmefällen Gründe aufgeführt werden, die zu einer Kündigung führten. So zum Beispiel, wenn ein aktuelles Strafverfahren angestrebt wird oder in der Schwebe gegen den ehemaligen Arbeitnehmer ist.

Doch ansonsten muss hier schon auf die gesetzlichen Richtlinien geachtet werden, weil es sonst strafrechtliche Maßnahmen mit sich bringen kann. Informationen darüber, wieso ein Arbeitnehmer krank war, der Familienstand, Ehekrise usw. All das gehört nicht zur Einholung von Informationen, sondern lediglich nur all das, was möglicherweise in einem Empfehlungsschreiben und einem Zeugnis stehen würde.

Auch wenn gerade der Abschluss eines Arbeitsvertragres anstehen und sowohl Abschluss als auch die konkreten Konditionen davon abhängen, müssen die arbeitsrechtlichen Grenzen der Informationsbeschaffung gewahrt bleiben!Hier lohnt es sich oft einen Arbeitsrechtsexperten zu konsultieren weil man sonst leicht eine teuere Überraschung erleben wird.

Gibt es auch rechtliche Grenzen nach dem Arbeitsrecht

Darf der neue Arbeitgeber sich beim alten Arbeitgeber erkundigen, kann daher mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden. Wie jedoch angemerkt ist es notwendig, dass eine gewisse Grenze eingehalten wird, weil der Small-Talk über den neuen Arbeitnehmer nicht allzu privat werden darf. In gewissen Fällen ist es sogar notwendig, den neuen Arbeitnehmer zu fragen, ob dieser die Erlaubnis dafür gibt.

Gesetzlich verpflichtet sind Arbeitgeber ohnehin, ein Beurteilungszeugnis auszustellen und das war es im Grunde. Eigentlich hat dies auszureichen für den neuen Arbeitgeber, aber bei Rückfragen ist dies in Maßen noch gestattet. Somit ist in jedem Fall anzumerken, dass es möglich ist, dass der alte und neue Arbeitgeber sich kurz schließen.